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Der Kampf ums iPhone

In riesigen Scharen warten sie tagelang vor den Läden. Bürger, die gespannt wie ein Bogen auf die Eröffnung des Ladens warten, nur um von sich behaupten zu können, als einer der Ersten das neue IPhone bekommen zu haben. Viele haben Zelte und Liegen dabei, um auch in der Nacht weiter warten zu können, denn daraus werden ihre nächsten Tage und Nächte bestehen: Warten. Wer darauf keinen Bock hat, kann einfach einen professionellen Wärter, oder wie auch immer die Leute heißen, die für einen warten, dafür bezahlen an seiner Stelle zu stehen. Man gibt also Geld aus, um noch früher als alle anderen Geld ausgeben zu können. Sehr gutes Konzept. Ich mein, die Wärter freuen sich bestimmt, fürs Stehen bezahlt zu werden.

Wird der Laden dann endlich nach tagelangem Warten geöffnet, geht es mit dem Kampf um Leben und Tod auch schon los. Wie wilde Tiere stürmen sie in den Laden, die kleinen Fanboys, und walzen alles nieder, was nicht niet- und nagelfest ist. Sobald dann alle der Smartphones verkauft sind, was so etwa beim sechsten Kunden sein dürfte, beginnt erst der richtige Kampf. Erwachsene Menschen prügeln sich um ein Handy, werfen mit allem, was sie finden, das ein oder andere Kind wird wohl auch schon geflogen sein. Die Glücklichen, die eins haben, verschwinden durch Ausgänge, von denen die Mitarbeiter nicht mal was wussten, und ein paar Minuten darauf sieht man schon die ersten Anzeigen für ein überteuertes iPhone auf Ebay. Man muss aber sagen, dass es jedes Jahr wieder schön ist, die gleichen Leute um das gleiche Handy kämpfen zu sehen, zu diesem Spektakel kann man schon mal die ganze Familie einladen und die verstaubte Popcornmaschine aus dem Schrank holen.

Thema: Satire zum Thema „Konsumgier und Sensationslust“
Von: Daniel G., 10G1

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